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Pflege Zuhause MünchenRückruf anfordern

Überall Absagen vom Pflegedienst in München: was hilft

Acht Pflegedienste in München angefragt, acht Absagen? Warum die Kapazität fehlt und mit welchen Angaben und welcher Flexibilität Sie Ihre Chancen erhöhen.

Team Pflege Zuhause München7 Min. Lesezeit

Münchner Altbau an einer Wohnstraße, davor parkende Autos und eine Person auf dem Gehweg

Sie haben eine Liste abtelefoniert. Acht Dienste, acht Mal eine Variante von „Wir nehmen gerade niemanden auf.“ Einer hat einen Rückruf versprochen, der nie kam. Zwei haben gesagt, Sie sollen es in ein paar Wochen noch einmal versuchen.

Das liegt fast nie an Ihnen und selten an Ihrem Fall. Es liegt daran, wie ambulante Pflege in München organisiert ist. Wenn Sie wissen, wie ein Dienst entscheidet, können Sie Ihre Anfrage anders stellen und Ihre Chancen damit spürbar verbessern.

Warum die Münchner Dienste so oft absagen

Der bekannte Grund ist der Personalmangel. Ein ambulanter Pflegedienst kann nur so viele Menschen versorgen, wie er Pflegekräfte im Dienstplan stehen hat. Fällt jemand längere Zeit aus, sinkt die Kapazität sofort, und der Dienst muss zuerst die Menschen weiterversorgen, die er schon betreut. Neue Anfragen sind dann das Erste, was liegen bleibt.

Der zweite Grund wird Ihnen am Telefon selten erklärt. Ambulante Pflege wird in Touren gefahren. Eine Pflegekraft startet morgens, arbeitet eine feste Route ab und hat zwischen zwei Einsätzen nur wenige Minuten Fahrzeit eingeplant. Eine Aufnahme hängt deshalb an einer sehr praktischen Frage: Passt diese Adresse zu dieser Uhrzeit in eine Tour, die ohnehin gefahren wird? Ein Haushalt zwei Straßen neben einer bestehenden Route ist leicht zu übernehmen. Derselbe Bedarf im übernächsten Stadtteil kann unmöglich sein, obwohl es auf der Karte nach zehn Minuten aussieht.

Dazu kommt, dass die Leistungen unterschiedlich vergütet werden. Behandlungspflege, also zum Beispiel Medikamentengabe, Injektionen, Wundversorgung oder Kompressionsstrümpfe, läuft über eine ärztliche Verordnung und wird mit der Krankenkasse abgerechnet. Grundpflege, also Waschen, Anziehen, Hilfe beim Aufstehen und beim Toilettengang, rechnet der Dienst mit der Pflegekasse ab. Aufwand, Zeitbedarf und Vergütung sind bei beidem verschieden. Ein kurzer Einsatz am Rand des Stadtgebiets kann einen Dienst mehr Fahrzeit kosten, als er ihm einbringt. Dienste wählen deshalb aus, welche Anfragen sich in ihrem Dienstplan rechnen. Das ist unangenehm zu hören, wenn man gerade verzweifelt sucht, und es ist trotzdem der Alltag eines Betriebs mit zu wenig Personal.

Welche Angaben ein Dienst braucht, bevor er zusagen kann

Viele Anfragen scheitern daran, dass der Dienst am Telefon zu wenig erfährt, um überhaupt rechnen zu können. Wer sagt „meine Mutter braucht Pflege“, bekommt die Standardabsage, weil im Büro niemand eine andere Antwort geben kann. Legen Sie sich vor dem nächsten Anruf diese Angaben zurecht:

  • Den Pflegegrad, und falls noch keiner vorliegt, seit wann der Antrag läuft. Ohne Pflegegrad kann ein Dienst Grundpflege nicht mit der Pflegekasse abrechnen. Wie der Antrag abläuft, steht in Pflegegrad beantragen in München.
  • Die genaue Adresse mit Straße, Stadtteil, Stockwerk und der Angabe, ob es einen Aufzug gibt. Der Stadtteil allein reicht nicht, über die Tour entscheidet die Straße.
  • Die benötigten Uhrzeiten und wie oft am Tag. Ein Einsatz am Morgen ist etwas völlig anderes als drei Einsätze täglich.
  • Welche Leistungen gebraucht werden: Grundpflege, Behandlungspflege, Betreuung, Hilfe im Haushalt.
  • Ob für die Behandlungspflege eine ärztliche Verordnung vorliegt oder beantragt ist, und welche Praxis sie ausstellt.
  • Ab wann es losgehen soll und wer bis dahin vor Ort ist.
  • Wie die Pflegekraft in die Wohnung kommt: Schlüssel, Schlüsselsafe oder jemand öffnet.
  • Pflegekasse und Krankenkasse.

Wenn Sie diese Punkte in zwei Minuten durchgeben können, läuft das Gespräch anders. Dann kann die Mitarbeiterin im Büro tatsächlich in den Tourenplan schauen und Ihnen sagen, woran es scheitert.

Die Uhrzeit ist Ihr größter Hebel

Von allem, was Sie beeinflussen können, wirkt die Uhrzeit am stärksten. Fast jede Familie fragt den Morgen an, meist zwischen sieben und neun. Genau dort ist in München jeder Dienst voll. Wer anbietet, dass die Grundpflege auch um halb elf oder am späten Nachmittag stattfinden kann, fragt in einem Zeitfenster an, in dem die Touren noch Luft haben.

Das ist unbequem. Für einen Menschen, der sein Leben lang um sieben aufgestanden ist, bedeutet es eine Umstellung. Manchmal geht es auch medizinisch nicht, weil Insulin oder bestimmte Medikamente an feste Zeiten gebunden sind. Klären Sie das mit der Hausarztpraxis, bevor Sie es ausschließen. Wo Spielraum besteht, nennen Sie am Telefon von sich aus zwei oder drei mögliche Zeitfenster.

Dasselbe gilt für die Zahl der Einsätze. Ein Dienst, der drei Besuche am Tag nicht schafft, kann manchmal einen übernehmen. Ein kleiner Start ist besser als eine weitere Absage, und er lässt sich später oft aufstocken, weil Sie dann schon in der Tour sind.

Fragen Sie im Stadtteil und im Umland gleichzeitig

Die meisten Familien arbeiten eine Liste für „München“ von oben nach unten ab. Sinnvoller ist eine Suche entlang der Geografie. Dienste mit Sitz in Ihrem Stadtteil fahren ihre Touren meist in einem engen Radius um den eigenen Standort. Am Stadtrand kommen Dienste aus den angrenzenden Gemeinden dazu, die nach München hineinfahren und auf den üblichen Stadtlisten kaum auftauchen.

Liegt die Wohnung in Pasing, fragen Sie auch in Germering und Gräfelfing. In Trudering und Riem lohnt der Blick Richtung Haar und Vaterstetten, in Feldmoching Richtung Oberschleißheim. Ein Dienst, der die Stadtgrenze ohnehin überquert, hat unter Umständen dort Kapazität, wo die innerstädtischen Dienste dicht sind.

Fragen Sie außerdem parallel an. Wer einen Dienst anruft und dann drei Tage auf Antwort wartet, verbraucht mit fünf Anfragen zwei Wochen.

Was Sie überbrücken können, solange nichts feststeht

Die Suche kann dauern. In der Zwischenzeit muss die Versorgung trotzdem irgendwie laufen, und dafür gibt es Leistungen, die viele Familien nicht auf dem Schirm haben.

Verhinderungspflege springt ein, wenn die Person, die sonst pflegt, ausfällt oder eine Pause braucht. Sie kann durch einen Pflegedienst, durch eine anerkannte Betreuungskraft oder durch Bekannte erbracht werden. Der Entlastungsbetrag ist ein monatlicher Betrag der Pflegekasse für Angebote zur Unterstützung im Alltag, etwa für stundenweise Betreuung oder Hilfe im Haushalt. Ausgezahlt wird beides nicht: Sie legen aus und reichen Rechnungen ein, oder der Anbieter rechnet direkt mit der Kasse ab. Welche Beträge Ihnen zustehen und welche Voraussetzungen gelten, sagt Ihnen Ihre Pflegekasse verbindlich. Wie das praktisch funktioniert, steht in Verhinderungspflege und Entlastungsbetrag.

In Bayern kommt die anerkannte Nachbarschaftshilfe dazu. Privatpersonen, die eine kurze Schulung besucht und sich registriert haben, dürfen stundenweise helfen und ihre Stunden über den Entlastungsbetrag abrechnen. Gemeint sind Alltagsaufgaben: Einkaufen, Begleitung zu Terminen, Wäsche, Gesellschaft. Grundpflege und Behandlungspflege gehören ausdrücklich nicht dazu. Ob das in Ihrem Fall geht und wer in Ihrer Nähe registriert ist, erfahren Sie bei Ihrer Pflegekasse oder beim Pflegestützpunkt.

Wenn die Suche nach einem Klinikaufenthalt läuft, führt ein zusätzlicher Weg über den Sozialdienst der Klinik. Der ist in Pflege nach dem Krankenhaus organisieren beschrieben. Was ambulante Pflege am Ende kostet und was die Kassen davon tragen, steht in Was kostet ambulante Pflege in München.

Was Sie in den nächsten Tagen tun können

  1. Schreiben Sie die Angaben aus der Liste oben auf ein einziges Blatt, damit Sie bei jedem Anruf alles vor sich liegen haben.
  2. Legen Sie fest, welche Uhrzeiten medizinisch fix sind und welche verhandelbar. Fragen Sie dafür in der Hausarztpraxis nach.
  3. Sortieren Sie Ihre Liste nach Geografie: Dienste im Stadtteil, Dienste in den Nachbarstadtteilen, Dienste in den angrenzenden Gemeinden.
  4. Fragen Sie alle an einem Tag an, telefonisch und zusätzlich per E-Mail mit denselben Angaben. Eine schriftliche Anfrage landet auf dem Tisch der Person, die den Tourenplan macht.
  5. Notieren Sie bei jeder Absage, ob es an der Uhrzeit, am Gebiet oder am Personal lag. Nach fünf Anrufen sehen Sie das Muster und wissen, an welcher Schraube Sie drehen können.
  6. Klären Sie parallel die Überbrückung, damit die nächsten Wochen nicht an einer einzigen Zusage hängen.

Einen Platz garantieren kann niemand, wir auch nicht. Wenn ein Dienst für Ihre Straße zu Ihrer Uhrzeit keine Pflegekraft frei hat, hilft auch die beste Anfrage nicht. Beeinflussen lässt sich, wie viele Dienste Ihre Anfrage überhaupt ernsthaft prüfen und wie schnell sie das tun.

Wenn Sie in München jemanden brauchen, der diese Anrufe übernimmt: Schreiben Sie uns über das Rückruf-Formular. Wir klären einmal mit Ihnen, was gebraucht wird, und fragen dann gezielt bei zugelassenen Pflegediensten aus unserem Partnernetzwerk an, im Stadtteil und im Umland. Wir melden uns innerhalb eines Werktags, kostenlos und unverbindlich. Und wenn es eng aussieht, sagen wir Ihnen das auch.

Häufige Fragen dazu

Warum sagen so viele ambulante Pflegedienste in München ab?

Den Diensten fehlen Pflegekräfte, und sie fahren ihre Einsätze in festen Touren. Eine neue Aufnahme muss geografisch und zeitlich in eine Route passen, die ohnehin gefahren wird. Deshalb hängt eine Zusage oft an der genauen Adresse und an der Uhrzeit.

Welche Angaben braucht ein Pflegedienst, um zusagen zu können?

Pflegegrad, genaue Adresse mit Stadtteil und Stockwerk, die gewünschten Uhrzeiten und die Häufigkeit, die Art der Leistungen und ob für Behandlungspflege eine ärztliche Verordnung vorliegt. Dazu der gewünschte Start und wie die Pflegekraft in die Wohnung kommt. Mit diesen Angaben kann jemand im Büro konkret im Tourenplan nachsehen.

Was erhöht die Chance auf einen Platz am meisten?

Zeitliche Flexibilität. Fast alle Familien fragen den frühen Morgen an, und genau dort sind die Touren voll. Wer auch einen späten Vormittag oder den Nachmittag annehmen kann, fragt in Zeitfenstern an, in denen eher noch etwas frei ist.

Was kann ich überbrücken, solange kein Pflegedienst zugesagt hat?

Verhinderungspflege und der Entlastungsbetrag der Pflegekasse können stundenweise Betreuung und Hilfe im Haushalt finanzieren. In Bayern kann darüber auch eine registrierte Nachbarschaftshilfe abgerechnet werden. Welche Beträge und Voraussetzungen für Sie gelten, bestätigt Ihnen Ihre Pflegekasse.

Können Sie einen Platz garantieren?

Nein. Wir organisieren die Suche und fragen gezielt bei zugelassenen Pflegediensten aus unserem Münchner Partnernetzwerk an, auch im angrenzenden Umland. Ob und wann ein Dienst zusagen kann, hängt von dessen freien Kapazitäten ab. Wenn es eng aussieht, sagen wir Ihnen das.