Zum Inhalt springen
Pflege Zuhause MünchenRückruf anfordern

Was kostet ambulante Pflege in München wirklich?

Ambulante Pflege in München wird über zwei Kassen abgerechnet. Wir erklären, wer welchen Teil zahlt, wie die Rechnung aufgebaut ist und was Sie selbst tragen.

Team Pflege Zuhause München5 Min. Lesezeit

Mann sitzt am Küchentisch und liest einen Brief

Wenn in München ein ambulanter Pflegedienst anfängt, ist die erste Frage fast immer dieselbe: Was kostet das im Monat? Eine seriöse Zahl kann Ihnen vorher niemand nennen, auch wir nicht. Sie hängt vom Pflegegrad ab, davon, wie oft jemand kommt, was genau gemacht wird und mit welchen Sätzen der jeweilige Dienst abrechnet.

Was sich vorher erklären lässt, ist der Aufbau der Rechnung. Wer ihn kennt, liest einen Kostenvoranschlag in ein paar Minuten und sieht, welcher Posten über welche Stelle läuft und welcher bei der Familie hängen bleibt.

Es sind zwei Kassen, nicht eine

An der häuslichen Pflege sind zwei Kostenträger beteiligt: die Pflegekasse und die Krankenkasse. Die wenigsten Familien wissen das vorher. Beide sitzen zwar meist unter demselben Dach, sie zahlen aber aus getrennten Töpfen und für verschiedene Dinge.

Die Pflegekasse zahlt für Grundpflege und pflegerische Betreuung, also Waschen, Anziehen, Hilfe beim Essen, Unterstützung beim Aufstehen, Begleitung. Die Krankenkasse zahlt für medizinische Leistungen, die der Hausarzt verordnet hat.

Behandlungspflege läuft über die Krankenkasse

Medikamentengabe, Wundversorgung, Injektionen, Blutzuckermessung, An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen: Das alles ist Behandlungspflege. Grundlage ist eine ärztliche Verordnung häuslicher Krankenpflege, die der Hausarzt ausstellt und die die Krankenkasse genehmigt. Abgerechnet wird sie direkt zwischen Pflegedienst und Krankenkasse.

Für Sie heißt das: Diese Einsätze verbrauchen nichts vom monatlichen Budget der Pflegekasse. Wir erleben oft, dass Familien ihr Sachleistungsbudget für gedanklich aufgebraucht halten, weil täglich jemand für die Tabletten kommt, obwohl dieser Teil über eine ganz andere Stelle läuft.

Bei der häuslichen Krankenpflege gibt es für Erwachsene eine gesetzliche Zuzahlung, zeitlich begrenzt auf einen Teil des Kalenderjahres. Wer die persönliche Belastungsgrenze erreicht, kann sich davon befreien lassen. Den aktuellen Satz und die Befreiung klären Sie am besten direkt mit Ihrer Krankenkasse.

Ohne Verordnung kein Geld von der Krankenkasse. Wenn ein Pflegedienst zusagt, sollte die Verordnung parallel beim Hausarzt laufen, sonst steht sie am ersten Tag nicht bereit. Nach einem Klinikaufenthalt kann auch das Entlassmanagement der Klinik eine erste Verordnung ausstellen, dazu haben wir hier mehr geschrieben.

Die Pflegesachleistung ist ein Monatsbudget

Für Grundpflege und Betreuung durch einen zugelassenen Dienst gibt es die Pflegesachleistung. Sie ist ein Betrag pro Monat, der an den Pflegegrad gekoppelt ist und mit steigendem Pflegegrad steigt. Ab Pflegegrad 2 besteht ein Anspruch.

Das Geld sehen Sie nie auf Ihrem Konto. Der Pflegedienst rechnet seine Einsätze direkt mit der Pflegekasse ab, bis der Monatsbetrag erreicht ist. Was nicht genutzt wird, verfällt am Monatsende. Die genauen Beträge ändern sich mit den Pflegereformen, deshalb nennen wir sie hier nicht: Fragen Sie bei Ihrer Pflegekasse nach dem aktuell gültigen Satz für Ihren Pflegegrad, das dauert am Telefon zwei Minuten.

Wer noch keinen Pflegegrad hat, sollte den Antrag sofort stellen, weil die Leistung frühestens ab Antragsmonat gezahlt wird. Wie das in München abläuft, steht in unserem Beitrag zum Pflegegrad beantragen.

Pflegegeld, wenn Angehörige pflegen

Pflegen Sie selbst, gibt es statt der Sachleistung Pflegegeld. Das wird an die pflegebedürftige Person überwiesen, die frei darüber verfügt, etwa um es an die pflegende Tochter weiterzugeben.

Beides zusammen geht auch. Bei der Kombinationsleistung nutzen Sie einen Teil des Sachleistungsbudgets für den Pflegedienst, und vom Pflegegeld bleibt anteilig der Rest übrig. Wenn der Dienst also die Hälfte des Budgets verbraucht, bekommen Sie ungefähr die Hälfte des Pflegegeldes. Für die Entscheidung gilt eine Bindungsfrist, fragen Sie die Pflegekasse, wie lange Sie festgelegt sind, bevor Sie umstellen.

Der Entlastungsbetrag ist ein eigener Topf

Zusätzlich gibt es den Entlastungsbetrag, einen monatlichen Betrag ab Pflegegrad 1. Er ist für Betreuung und hauswirtschaftliche Unterstützung gedacht, also Einkaufen, Putzen, Begleitung zum Arzt, Betreuungsgruppen. Ausgezahlt wird er nicht, Sie reichen Rechnungen ein und bekommen sie erstattet.

Was in einem Monat übrig bleibt, verfällt nicht sofort, sondern kann innerhalb des Kalenderjahres und noch eine Weile darüber hinaus genutzt werden. Viele Familien lassen diesen Betrag jahrelang liegen, weil niemand sie darauf hingewiesen hat. Mehr dazu, und zur Verhinderungspflege, steht in unserem Beitrag zu Entlastungsbetrag und Verhinderungspflege.

Was am Ende bei Ihnen hängen bleibt

Ein Eigenanteil entsteht an zwei Stellen. Erstens, wenn die Einsätze des Pflegedienstes teurer sind als das Monatsbudget des Pflegegrades. Alles darüber stellt der Dienst privat in Rechnung. Zweitens bei Leistungen, die im Leistungskatalog der Pflegekasse gar nicht vorkommen. Reine Hauswirtschaft ohne pflegerischen Anteil gehört dazu, sobald der Entlastungsbetrag ausgeschöpft ist.

Dazu kommen je nach Dienst Wegepauschalen oder Anfahrtskosten. Fragen Sie danach ausdrücklich, sie stehen selten in der ersten Zeile des Angebots.

In Bayern: Landespflegegeld prüfen

Der Freistaat Bayern zahlt zusätzlich ein Landespflegegeld, einmal jährlich, unabhängig von Einkommen und Vermögen. Es kommt nicht automatisch. Sie müssen es beim Landesamt für Pflege gesondert beantragen, und zwar in jedem Jahr neu. Voraussetzung sind ein anerkannter Pflegegrad und ein Hauptwohnsitz in Bayern. Die Höhe und die Antragsfristen erfahren Sie beim Landesamt für Pflege, die Angaben im Netz sind oft veraltet.

Warum zwei Dienste verschieden rechnen

In München rechnen manche ambulanten Pflegedienste nach Leistungskomplexen ab, andere nach Zeit. Ein Leistungskomplex ist ein festes Paket, etwa die kleine Morgentoilette, zu einem festen Preis, egal wie lange es dauert. Bei der Zeitvergütung zählen die tatsächlichen Minuten.

Welche Variante gilt, steht in der Vergütungsvereinbarung zwischen dem Dienst und den Kassenverbänden. Deshalb können zwei Dienste für denselben Morgenbesuch unterschiedliche Summen nennen, ohne dass einer von beiden überteuert wäre, und vergleichen lässt sich das erst, wenn beide Angebote schriftlich vorliegen.

Was Sie jetzt konkret tun können

  • Fragen Sie bei der Pflegekasse nach dem aktuellen Sachleistungsbetrag und dem Entlastungsbetrag für Ihren Pflegegrad. Lassen Sie sich die Zahlen am Telefon nennen und schreiben Sie sie auf.
  • Sprechen Sie mit dem Hausarzt über eine Verordnung häuslicher Krankenpflege, wenn Medikamente, Wunden, Spritzen oder Kompressionsstrümpfe im Spiel sind.
  • Verlangen Sie vom Pflegedienst einen schriftlichen Kostenvoranschlag, bevor Sie den Pflegevertrag unterschreiben. Darin muss stehen, welche Einsätze geplant sind, was davon über die Pflegekasse läuft, was über die Krankenkasse, und was privat bleibt.
  • Stellen Sie den Antrag auf Landespflegegeld beim Landesamt für Pflege, sobald der Pflegegrad anerkannt ist.
  • Wenn ein Dienst absagt, heißt das nichts über die Kosten. Warum Absagen in München so häufig sind, haben wir getrennt aufgeschrieben.

Unsere Organisation ist für Sie kostenlos. Wir sind selbst kein Pflegedienst und stellen Ihnen nichts in Rechnung. Die Pflege wird wie gewohnt über die Pflegekasse beziehungsweise die Krankenkasse abgerechnet, so wie sie es auch täte, wenn Sie den Dienst allein gefunden hätten.

Wenn Sie in München jemanden brauchen, der mit Ihnen durch die Unterlagen geht und die Suche übernimmt: Schreiben Sie uns über das Rückruf-Formular. Wir melden uns innerhalb eines Werktags, kostenlos und unverbindlich.

Häufige Fragen dazu

Zahlt die Pflegekasse die Medikamentengabe durch den Pflegedienst?

In der Regel nicht. Medikamentengabe gehört zur Behandlungspflege und wird bei einer ärztlichen Verordnung über die Krankenkasse abgerechnet, nicht über das Pflegesachleistungsbudget der Pflegekasse. Der Pflegedienst rechnet diesen Teil direkt mit der Krankenkasse ab, für Versicherte kann eine gesetzliche Zuzahlung anfallen.

Was ist der Unterschied zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistung?

Pflegegeld wird an die pflegebedürftige Person ausgezahlt, wenn Angehörige oder andere Privatpersonen die Pflege übernehmen. Die Pflegesachleistung ist ein monatliches Budget, mit dem ein zugelassener Pflegedienst seine Einsätze direkt bei der Pflegekasse abrechnet. Beides lässt sich als Kombinationsleistung anteilig verbinden.

Wann entsteht bei ambulanter Pflege ein Eigenanteil?

Ein Eigenanteil entsteht, wenn das monatliche Sachleistungsbudget des Pflegegrades durch die gebuchten Einsätze aufgebraucht ist und weitere Einsätze stattfinden. Dazu kommen Leistungen, die im Leistungskatalog der Pflegekasse nicht enthalten sind, zum Beispiel reine Hauswirtschaft über den Entlastungsbetrag hinaus. Diese Beträge stellt der Pflegedienst privat in Rechnung.

Warum nennen zwei Münchner Pflegedienste unterschiedliche Preise für denselben Einsatz?

Weil die Vergütung in der Vergütungsvereinbarung zwischen dem jeweiligen Dienst und den Kassenverbänden geregelt ist. Manche Dienste rechnen nach Leistungskomplexen ab, andere nach Zeit, und die Sätze unterscheiden sich. Lassen Sie sich deshalb vor Vertragsabschluss einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.

Kostet die Vermittlung durch Pflege Zuhause München etwas?

Nein, unsere Organisation ist für Familien kostenlos und unverbindlich. Die Pflege selbst wird wie gewohnt über die Pflegekasse beziehungsweise die Krankenkasse abgerechnet. Für die Vermittlung stellen wir Ihnen nichts in Rechnung.